Auf jüdischen Spuren
Zweite Synagoge
Der heutige Schrannenplatz war bis in die Zeit nach 1500 in Teilen der Friedhof der jüdischen Gemeinde Rothenburgs.
Auch wenn hier keine Grabsteine mehr stehen, ist der Ort der Gräber im jüdischen Glauben eine Anlage für die Ewigkeit.
Die Ruhestätte liegt zwischen dem ersten Mauerring der Stadt und der zweiten Stadterweiterung in unmittelbarer Nähe
zur Judengasse. Heute ist der Friedhof ein innerstädtischer Parkplatz, der um 1950 von "Judenkirchhof" in "Schrannenplatz"
umbenannt wurde. Hier stand die zweite Synagoge der mittelalterlichen Judengemeinde Rothenburgs. Mit ihrer Vertreibung
aus der Stadt im Jahre 1521 erlosch das jüdische Leben der Stadt bis zu einem Neubeginn im 19. Jahrhundert. Seit 1980
sind alle bekannten Grabsteine in einem Katalog erfasst und ihre Inschriften übersetzt. Eine Auswahl der Steine, auch
mit dem ältesten bekannten Grabstein der Stadt, zeigt das Rothenburger Reichsstadtmuseum im Klosterhof.

Die zweite Synagoge auf dem heutigen Schrannenplatz, dem ehemaligen Judenfriedhof. Kolorierte Federzeichnung um 1520.
Quelle: BSB München (Cgm. 7879 fol. 104-105)